Volltilger fahren nicht immer besser.

Finanzmathematisch ist die Sache klar: Je schneller ein Darlehen zurückgezahlt wird, desto weniger Zinsen fallen an. Angesichts der aktuell extremen Niedrigzinsen setzen sich daher viele Hauskäufer das Ziel, ihr Hypothekendarlehen unbedingt innerhalb von 20 Jahren voll zu tilgen. Doch diesen Weg sollte nur beschreiten, wer sicherstellen kann, dass etwa die Lebensqualität oder die Ausbildung der Kinder nicht darunter leiden. Ist dies jedoch nicht der Fall, empfiehlt sich eine längere Tilgungszeit. Die finanziellen Nachteile sind überschaubar, die psychologischen Vorteile indes groß.

Wer nur auf seine Schulden blickt, kommt zu einem eindeutigen Schluss: Je geringer die Restschuld am Ende der Darlehenslaufzeit, umso besser ist es. Im optimalen Fall hat die Bank am Ende der Zinsbindung gar keine Ansprüche mehr. Angesichts der extremen Niedrigzinsen erscheint dies manchem Kreditnehmer machbar: Wer etwa 250.000 Euro an Darlehen für 20 Jahre fest aufnimmt und einen Tilgungssatz von gut 3,7 Prozent vereinbart, zahlt beim günstigsten Anbieter derzeit einen Effektivzinssatz von nur 2,84 Prozent (siehe Tabelle, Modell 1). In diesem Fall fließen monatlich 1.341,60 Euro an die Bank. Nach 20 Jahren ist so das Hypothekendarlehen komplett getilgt; die reinen Zinszahlungen belaufen sich auf 76.750 Euro.

Zinsbindung