Erste Schritte zur Baufinanzierung

Das Vorhaben ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen sollte mit großer Sorgfalt geplant und umgesetzt werden.  Ob sich finanziell eher ein Kauf oder die Miete lohnt, sollte vorher abgewogen werden. Damit Ihnen das einfacher gelingt, möchten wir Ihnen ein paar Tipps und Hilfestellungen geben und darlegen, was die wichtigsten Punkte bei der Finanzierungsplanung sind.

Um wirklich effektiv die Baufinanzierung zu planen, sollte man systematisch vorgehen.

1.) Was für ein Budget habe ich zur Verfügung (Eigenkapital) und wie hoch darf die monatliche Rate sein?

Zunächst sollte überprüft werden, welche Rate langfristig zur Baufinanzierung und Abzahlung des Darlehens geleisten werden kann. Um das herauszufinden, stellt man am besten die Einnahmen und Ausgaben gegenüber in Form eines Haushaltplans.

Seien Sie bei der Kalkulation ehrlich, denn nachhaltige Zahlen sind für die Planung eines langfristigen Kredits sehr wichtig. Beachten Sie auch, dass sich Ihre Lebensumstände im Laufe der Zeit ändern können (Kinder/Familie) und dies zu einer anderen Betrachung führen kann. Wenn man sich damit schwer tut, sollten Sie über einen gewissen Zeitraum ein Haushaltsbuch führen. Gern vergessen werden in dem Zusammenhang die Bewirtschaftungskosten des Hauses bzw. der Wohnung, welche zwischen 2-3 Euro pro qm liegen können.

Wenn sie damit fertig sind muss das Eigenkapital, also ihr Guthaben welches Sie in den Hauskauf einbringen möchten, ermittelt werden. Dies ist das Geld was Sie aktuell übrig haben und in die Finanzierung einbringen können und teilweise auch müssen um die Finanzierung oder bessere Konditionen zu erhalten.

2.) Maximale Hauskosten und Finanzierungssumme feststellen

Ihre monatliche Rate und das zur Verfügung stehende Eigenkapital ist nun ermittelt. Es gilt nun auf Basis dieser Daten herauszufinden, was das Haus maximal kosten darf. Dazu können Sie unseren kostenlosen Eigenheimrechner benutzen, mit dem Sie auf Basis der monatlichen Belastung errechnen können, wie hoch die Finanzierungssumme sein darf. Zusammen mit Ihrem Eigenkapital ergibt sich der Wert, den das Haus inklusive Nebenkosten maximal kosten darf.

Beispiel: Bei einer Monatsrate von z.B. 1.200 Euro, einer zehnjährigen Zinsbindung und einer einprozentigen Tilgung, beträgt die maximale Finanzierungssumme 298.520 Euro. Zählt man nun das Eigenkapital dazu, hat man den Betrag, den das Haus maximal kosten darf. Bei 50.000 € Eigenkapital wären das 348.520 Euro. Wählt man eine höhere Tilgung, entsprechend weniger. Davon zieht man nun noch die Nebenkosten ab und man hat den Preis, den die Immobilie maximal kosten darf.

Nun wissen Sie, was das Haus kosten darf und wie viel Sie monatlich dafür bezahlen müssen. Im nächsten Schritt sollten Sie sich verschiedensten Angebote von Hausbaufirmen einholen und vergleichen. Wir empfehlen Ihnen, beim späteren Bau eines Hauses einen Sachverständigen von TüV oder Dekra zur Bauüberwachung einzuschalten.

3.) Fördermittel checken

Haben Sie Ihre Wohnung oder Haus gefunden bzw. sich für einen Hausbau entschieden, sollten Sie schauen, ob Sie vielleicht einen Anspruch auf öffentliche Fördermittel haben. Diese sind zwar im Laufe der Jahre immer mehr eingeschränkt worden, aber in dem einen oder anderen Fall kommen Sie weiterhin in Betracht. Hier finden Sie eine Übersicht aller Fördermöglichkeiten.

4.) Richtige Finanzierung festlegen

Den richtige Kredit zu finden, mit passender Zinsbindung,Tilgungshöhe und Zusatzbedingungen, wie z.B. Sondertilgung oder kostenloser Tilgungshöhenwechsel, ist gar nicht so einfach. Hier sollten Sie berücksichtigen, was Sie sich leisten können und in wie weit ihr aktueller Zins attraktiv ist. Weitere Faktoren sind unter anderem die länge der Zinsbindung und die Anpassungsmöglichkeit der  Tilgungsmodalität. Gerade wenn man zeitweise ein geringeres Einkommen zu verkraften hat, kann eine Anpassung von großem Vorteil sein. Solche Ergänzungen können zwar den Zinssatz bei der Bank verschlechtern, bringen Ihnen aber immense Flexibilität und Sicherheit.

5.) Angebote vergleichen

Haben Sie alle Eckpunkte ermittelt und bewertet, sollten Sie die Konditionen der einzelnen Banken und Vermittler vergleichen, um das beste Angebot für Sie herauszufinden. Das macht übrigens nur Sinn, wenn Sie immer die gleichen Parameter abfragen, deshalb sollten Sie auch bereits vorher festgelegt haben, wie die Finanzierung aussehen soll. Sollten Ihnen ungleiche Parameter vorliegen und Sie möchten Angebote trotzdem vergleichen nutzen Sie unseren Baudarlehensvergleich.

Zusammenfassung

Mit Hilfe einer Baufinanzierung können Sie auch bei wenig Eigenkapital Ihr Eigenheim verwirklichen. Versuchen Sie aber den Fremdkapitalbetrag so gering wie möglich zu halten, auch wenn die Zinsen gut stehen sollten. Die Baufinanzierung wird nämlich umso günstiger, je mehr Sie selbst einbringen. Sollten Sie also Geldanlagen in Form von Tages- oder Festgeldkonten haben, investieren Sie diese vorzugsweise in Ihr neues Eigenheim. Bedenken Sie dabei, eine kleine Rücklage für Anschaffungen zu belassen.