Bankdarlehen mit einem Bausparvertrag tilgen?

Viele unserer Kunden denken derzeit darüber nach, das Bankdarlehen nach Ablauf der Zinsbindungszeit mit einem Bausparvertrag zu tilgen. Häufig wird dieses Modell der Finanzierung von Banken und Sparkassen, aber auch von einigen Vermittlern, angeboten und mit dem Argument dem Kunden ans Herz gelegt, dass so die Zinssicherheit gegeben ist, die Finanzierung gut geplant werden kann und die Immobilie innerhalb von wenigen Jahren entlastet (schuldenfrei) ist.

Doch die Realität sieht anders aus:

Diese Art der Tilgung ist aber nur für die Anbieter ein lukratives Geschäft: Diese erhalten zur Provision für die Baufinanzierungsvermittlung die Vermittlungsgebühr des Bausparvertrages, welche dann auch mal gut 1,6 % sein kann. Aber Vorsicht! Diese verknüpften Bausparangebote haben dann Tilgungsraten, die enorm hoch und vielleicht nicht bezahlbar sind.

Wird die Sparrate des Bausparvertrages stattdessen als Tilgung für das Bankdarlehen genutzt, verringert sich die Höhe des fälligen Darlehens (der Restschuld) am Ende der Zinsbindungszeit um mehr als das Guthaben, welches nach der Ansparphase im Bausparvertrag zur Verfügung steht!
Stellt man nämlich die Zahlungsströme gegenüber, steigt der Effektivzins für die Variante “Bankdarlehen mit Bausparvertrag als Tilgung“ um 0,5 %. Grund dafür sind die Abschlussgebühren des Bausparvertrages und die Zinsdifferenz zwischen dem Guthabenszins des Bausparvertrages und den zu zahlenden Zinsen des Hypothekendarlehens. Anbieter der Kombination Darlehen und Bausparvertrag weisen die Effektivzinsen separat aus.

Bei Riesterdarlehen mit Riester-Bausparen dagegen sind die Bausparkassen verpflichtet, einen Effektivzins über die gesamte Finanzierungszeit auszuweisen. Und über deren Höhe kann man teilweise aus dem Staunen nicht mehr rauskommen.